Die Sage vom Ochsenturm

Die Einwohner von Dingen und Weddewarden, welche von jeher eine Gemeinde bildeten, wollten auch gerne eine eigene Kirche haben wie die von Wremen und Dorum. Sie konnten sich jedoch über den Standort des Gotteshauses nicht einigen, denn die Weddewardner beanspruchten es in Weddewarden, die Dingener aber in Dingen. So kam man schließlich überein, dass jede Ortschaft einen Ochsen stellen sollte. Die wollte man zusammenbinden und dann laufen lassen. Dort, wo sich die beiden Ochsen zuerst niederlegen würden, sollte die Kirche gebaut werden.

Die Dingener dachten insgeheim, ihr starker Ochse würde den Weddewardener mit sich ziehen, und die Weddewardener hofften ihrerseits dasselbe. Ein jeder fütterte seinen Ochsen auf das Beste und ließ ihn am Tag vor der Entscheidung hungern. Wie nun die beiden Ochsen zusammengebunden waren, begannen sie sogleich am Tau zu reißen und zu ziehen. Die Tiere wurden jedoch durch das Schreien und Rufen der aufgeregten Leute so verwirrt, dass sie plötzlich dicht bei der Weser in einen Sumpf liefen, in dem sie sich niederließen, weil sie nicht weiterkonnten. Wie vereinbart, wurde hier das Gotteshaus errichtet, und wegen der sumpfigen Lage des Bauplatzes nannte man das Kirchspiel „Im Sumb“ oder „Imsum“.